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Platanenabholzung entlang der Wedauer Straße

Waren auch Sie sprachlos? Vielleicht sogar schockiert? Wollen Sie, dass sich etwas ändert? Bei der nächsten Kommunalwahl haben Sie dazu Gelegenheit: Zeigen Sie den Verantwortlichen die rote Karte. Damit sich so etwas nicht wiederholt. Wir vom NABU Duisburg werden die Erinnerung an den 18. Februar 2023 bis zum Wahltermin wachhalten. Denn: In Zeiten eines voranschreitenden Klimawandels sind große Straßenbäume unsere wichtigsten Verbündeten in dem Bemühen, halbwegs erträgliche Lebensbedingungen für unsere Bürgerinnen und Bürger zu erhalten.

 

Baumschutz ist Menschenschutz!

 

Es war einmal...

Klimaschutz in Duisburg



Verantwortliche Köpfe

Kennen Sie diese beiden Herren? Es sind Sören Link, unser Oberbürgermeister, und Martin Linne, Leiter des Dezernats für Stadtentwicklung, Mobilität und Sport. Zugegeben, die beiden sind nicht die einzigen Verantwortlichen in der Causa "Wedauer Straße", stehen aber an zentraler Stelle, zumal Sören Link neben seiner Funktion als Chef der Verwaltung auch das Gesicht seiner Partei ist und damit als einer der führenden Köpfe der politischen Allianz aus SPD und CDU fungiert.

 

In der Vergangenheit hat Sören Link sich damit hervorgetan, die Leistungen der Stadt schönzureden, gerade in den Bereichen Arten-, Umwelt- und Klimaschutz. Von Nachhaltigkeit und vorausschauendem Handeln ist da nicht viel zu erkennen. Das zeigt sich u. a. in der Art und Weise, wie mit naturbelassenen oder unbebauten Flächen umgegangen wird. Die Bauwut in unserer Stadt sprengt alle Grenzen. Legt man den neuen Flächennutzungsplan zugrunde, könnten in Duisburg drei- bis viermal so viele Flächen zubetoniert werden wie im Bundesdurchschnitt. Ebenso düster ist das Bild bei den Themen Ausgleichsregelung (Natur als Setzbaukasten), Baumschutz- bzw. Grünsatzung, Schottergärten (auch auf stadteigenen Flächen) und eben beim Umgang mit Straßenbäumen (Wertschätzung der Stadt gleich Null). Hierzu wird es in Kürze auch einen separaten Beitrag auf dieser Seite geben.

 

Zum Aufgabenbereich von Martin Linne  gehören die Stadtentwicklung, die Mobilität und der Sport. Konkret geht es dabei um die strategische Entwicklung von Stadt und Infrastruktur (u. a. Straßen und Radwege sowie Stadtplanung).


Leserbriefe zur Abholzaktion

Selten gab es ein Thema, das die Öffentlichkeit derart entrüstete wie das Abholzen der alten Platanen entlang der Wedauer Straße. Ausdruck der Empörung waren unzählige Leserbriefe, die in der lokalen Presse über Wochen hinweg zu lesen waren. Hier einige Beispiele (in Auszügen):

  •  Am Samstag sind auf der Wedauer Straße die alten, gesunden Bäume gefällt worden. Und ich schäme mich wieder einmal, Duisburgerin zu sein. (WAZ, 27.03.2023)
  •  Klimaschutz in Duisburg - das tut weh!!! [...] Wir Bürger sind machtlos und entsetzt über diese Aktion. So viele [...] Bäume zu fällen ist eine Schande. [...] Da bleibt nur noch Wut und Schmerz, wenn man das erleben muss. (WAZ, 28.03.2023)
  •  Es ist vollkommen egal, wer in Duisburg irgendetwas baut, es müssen immer Bäume gefällt werden. [...] Jetzt [...] kann sich die Stadt an die nächsten Umweltkatastrophen machen. Es können ja weitere Bäume in Betontöpfe gepflanzt werden, diese kann man dann bei Bedarf umstellen, siehe Bahnhofsvorplatz. (WAZ, 03.03.2023)
  •  Die Wedauer Straße entlang zu fahren und die riesigen Baumstümpfe, Überreste der Fällungen, zu sehen, ist schlichtweg unerträglich. Bei Ihrer Berichterstattung über die Abholzung der Bäume, fehlte mir ein Bild: unser OB Link mit einer Kreissäge in der Hand. [...] Ich hoffe auf das Jahr 2025. Dieser Mann darf kein Oberbürgermeister bleiben. (WAZ, 03.03.2023)
  •  Die Begründung, dass Baumaßnahmen die Fällung der Platanen [...] unumgänglich mache, weil die Bäume eben durch diese Maßnahmen [Abwendung von Gefahren] geschädigt würden, bekräftigt diesen Eindruck und trifft mich in der Ablehnung jeglicher geistiger und kreativer Flexibilität als zynisch. (WAZ, 11.03.2023)
  • Für eine Großstadt, die sich leistet, seit Jahren auf eine neue Baumschutzverordnung zu verzichten [...], klingt die die Aussage ihres Stadtentwicklungsderzenten nahezu zynisch: "... denn der Erhalt alten Baumbestandes hat für uns in Zeiten des Klimawandels eine große Bedeutung."  [...] Trotz vorliegender Alternativkonzepte stellt sich die Stadtverwaltung jetzt hin und behauptet  [...] , der Straßenumbau geht nur unter "massiven Verlusten von Wurzeln, Vitalität und Statik der Bäume". Es fehlt der Zusatz "so billig wie möglich"! (WAZ, 07.02.2023)