· 

Ohne Sinn und Verstand

"Eine der schwersten Hochwasserkatastrophen trifft Deutschland. Was sind die Ursachen? Wurde aus vorigen Fluten nichts gelernt?"

 

Diese Schlagzeile könnte aus einer der letzten Wochen stammen. Tut sie aber nicht. Der SPIEGEL brachte sie anlässlich der Jahrhundertflut an der Donau im Jahr 2013. Theoretisch hätte sie aber auch aus dem Jahr 2010 stammen können, dem Jahr der historischen Oder-Flut, oder aus 2002, dem Jahr, in dem ein "Jahrhunderthochwasser" die Elbe traf, obwohl nur vier Jahre später Wassermassen ähnlichen Ausmaßes erneut durch den Fluss rauschten.

 

Deshalb noch einmal die Frage: Haben wir nichts gelernt? In Duisburg offenbar nicht. Denn wie sonst wäre man zu der Entscheidung gelangt, in Beeckerwerth neue Wohnbebauung zuzulassen, keine 100 Meter vom Deich entfernt, noch dazu im Überschwemmungsgebiet des Rheins. Ein solcher Entschluss ist in höchstem Maße fahrlässig. Den städtischen Behörden, so scheint es, ist das scheißegal.

 

Ergänzung (28.04.2023): Der Fairness halber möchten wir hinzufügen, dass nicht immer die Verwaltung für solche Entscheidungen verantwortlich ist, sondern häufig die kommunale Politik.

 Hochwassergefahrenkarte (HQ 100)

Auf der Fläche der Helios Rheinklinik sollen demnächst 300 Wohneinheiten entstehen (inkl. Tiefgaragen).